SGTR

Berichte

Theaterprojekt Ronja Räubertochter

Ronja Räubertochter
Integratives Theaterspiel mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen


Im Mai 2010 fand unser diesjähriges Theaterprojekt „Ronja Räubertochter“ auf dem Reitgelände „Unter dem Apfelbaum“ statt.
Wir probierten diesmal eine neue Form aus – ein viertägiges, ganztägiges Seminar mit 20 Helfern (Praktikantinnen und Ehrenamtlern) und  10 beeinträchtigten Kindern von morgens  9 bis nachmittags 17 Uhr. Dagmars Mann Jürgen zauberte ein hervorragendes Essen zu Mittag auf den Tisch. Wir nahmen gemeinsam unser Mittagessen ein, fütterten, putzten die Pferde, sammelten Mist aus den Ausläufen, bauten Räuberburg, Höllenschlund und einen Wasserfall, suchten Räuberkostüme aus dem Kostümfundus aus und probten die Auftritte der Schauspieler und Pferde.
Wir stellten diesmal zehn Teams zusammen bestehend aus  einem Pferd, einem Kind, einem Pferdeführer, einem Kinderbetreuer. Diese Teams waren nach Wesen und Art des Kindes und seiner Beeinträchtigung ausgewählt: - Downsyndrom, noch sehr klein – liebes, ruhiges, ich bereits vertrautes Pferd, erfahrene, dem Kind schon bekannte Helferin, ADHS Kind – großes,  selbstbewusstes Pferd, ruhiger, erfahrener Helfer, langjährig erfahrenes, sicheres Therapiekind auf dem jüngsten Pferd, etc. Diese Teams blieben während der gesamten Maßnahme und Aufführung jeweils beisammen, die Helfer waren verantwortlich, dass ihre Kinder  ihre Auftritte nicht verpassten, das richtige Kostüm trugen, ihre Requisiten bereit hielten zum einen, zum anderen brachte dies eine feste Beziehung der Kinder zu ihrem jeweiligen Pferd und zu den zugehörigen Helfern mit sich, die den Kindern Ermutigung und Rückhalt in allen „Lebenslagen“ während des Projektes waren.

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Unsere einzige Probepraktikantin, weil wir ja das Projekt durch Katrin Märkle SG-TR prüfen lassen mussten, wurde mit Theorie über Erlebnispädagogische Hintergründe des Theaterspielen unterrichtet und dann Anhand eines „Leitfadens“ zum Erlernen der Organisation eines Theaterprojektes geführt.
Aber nicht nur die beeinträchtigten Kinder durften sich in der Vorführung schauspielerisch entfalten, auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Helfer, die im Stück die Eltern von Ronja und Birk verkörperten, durften sich in ihren Rollen ausleben, unter anderem die Räuberväter einen sehr schönen Schaukampf hinlegen, Helferinnen durften ihr eigenes reiterliches Können auch in einem zünftigen „Biertölt“ präsentieren.
Wir hatten eine Menge Spaß bei den Vorbereitungen, jedoch war es auch anstrengend, den ganzen Tag sich derart intensiv der Gruppe und ihrem Vorhaben zu widmen.
Aber eine bunte Vorstellung, schön spielende Kinder,  Film reife Jugendliche und junge Erwachsene überzeugten schließlich durch Engagement, Elan und schaupielerisches Talent und stellten uns und unsere Zuschauer sehr zufrieden.
Was haben wir alle, ob groß, ob klein, bei diesem Projekt verbessert?
Wir haben unser Durchhaltevermögen, unsere Geduld und Konzentration gestärkt, körperliche Fitness gesteigert, Geschicklichkeit geschult, Courage gewonnen, eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten erlangt, Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme auf den anderen entwickelt, Disziplin gefördert,  Integrationsvermögen in die Gruppe verbessert und Gemeinschaftssinn entwickelt.
Wir haben uns angenommen gefühlt und viel Spaß miteinander gehabt.
( Dieses Fortbildungsseminar findet nächstes Jahr wieder ( nun offiziell SG-TR anerkannt) zu Himmelfahrt in Gemmenich statt. Insbesondere Berufsneulinge können hierbei viele Erfahrungen für ihre Arbeit sammeln.)
Mit den schwedischen Räubern verabschieden wir uns nun von euch für dieses Jahr mit einem „Skol“!

Almut Schulz, Dagmar Schwab